Verrücktes Labyrinth Hauptbahnhof – oder: „wo geht’s na?“

Was sieht man in der Regel als erstes, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Stuttgart reist? Richtig – den Hauptbahnhof. Naja, eine treffendere Bezeichnung wäre vielleicht Baustelle oder Loch. Er ist auf jeden Fall momentan nicht gerade das Aushängeschild von Stuttgart…

Jedem Bahnreisenden ist bestimmt schon aufgefallen, dass man aufgrund der Baustelle von den Fernzügen aus gefühlt einen Kilometer bis zum Hauptgebäude wandern muss. Der Slogan „Die Bahn macht mobil“ trifft hier definitiv zu – die Laufwege halten den Reisenden mit Sicherheit fit. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte den Stuttgarter Hauptbahnhof lieber meiden oder nur zum Umsteigen zwischen Fernzügen nutzen. Laut der DB Auskunft sollte man nämlich für den Weg von den Fernzügen zu den S- und U-Bahnen 13 Minuten einrechnen. Dabei müssen auch noch zwei Ebenen und somit rund 20 Höhenmeter überwunden werden.

Fußweg: 13 Minuten! In Worten: dreizehn!!!

Als Pendlerin stelle ich mir jedes Mal die Frage, welches wohl der schnellste Weg von den Fernzügen zur S-Bahn ist. Nach mehreren Versuchen habe ich mittlerweile die (vermutlich) schnellste Route gefunden. Da ich chronisch spät dran bin und daher so gut wie jedes Mal auf meinen IRE renne, habe ich mittlerweile vom S-Bahngleis bis zu den Fernzügen einen Streckenrekord von weniger als zwei Minuten aufgestellt.

Doch damit ist über den Stuttgarter Hbf längst nicht alles gesagt. Für viele Fremde (man erkennt sie übrigens am planlosen Umherlaufen) muss der Bahnhof wohl ein Alptraum sein, denn sie stehen vor einem ganz anderen Problem. Nicht nur einmal wurde ich beim Warten in der Arnulf-Klett-Passage, die ja wirklich direkt neben dem Bahnhofsgebäude liegt, mit der Frage „Wo geht es denn hier zu den Fernzügen?“ belästigt. Seltsam nur, dass viele von ihnen ganz zielstrebig auf mich (Studentin, 1,65m groß) zusteuern. Vielleicht habe ich ein Info-Schild auf der Stirn kleben? Oder ist die Beschilderung in der Unterführung tatsächlich so schlecht?

Stets freundlich weise ich die Reisenden auf das mickrige Zeichen auf den Schildern hin und erkläre ihnen den etwas komplizierten Weg zu den Zügen. Selbstverständlich mit dem Hinweis, dass man einige Minuten zu den Gleisen benötigt (siehe Problem oben). Moment! Da lässt sich ja vielleicht sogar eine kleine Geschäftsidee entwickeln? I nemm in Zukunft oifach mei Kässle mit un a groß Schild mit de Ufschrift: „Oi Frog koschd zwoi Eiro“.

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